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20. September 2026

#002 • Ich war immer dort, wo ich nicht war, weil dort Menschen waren

Lange Zeit waren Menschen für mich wie eine Droge.

Freunde hatte ich überall.

Und nirgendwo.

Ich kannte in jedem Freundeskreis der Umgebung jemanden. Die meisten kannten sich untereinander aber kaum. Und verstanden auch nicht, wie ich mit ihnen Kontakt haben konnte.

Mit den einen ging ich auf Rockkonzerte, mit den anderen führte ich stundenlange Gespräche. Mit manchen konnte ich alles vergessen.

Ich hatte mir mein eigenes soziales Ökosystem gebaut.

Und heute verstehe ich auch warum.

Denn ich habe früh gelernt, dass es nicht sicher ist ich zu sein. In meiner ganzen Intensität. In meiner ganzen Größe. Mit 4 oder 5 Jahren sind meine Eltern sogar mit mir in ein Kinderheim gefahren, um ein Anmeldefomular zu besorgen, mit dem sie mich erpressen konnten: „Wenn du nciht hörst, kommst du ins Heim.“ Aber der Rebel in mir konnte und wollte sich auch nie wirklich anpassen. Zum Glück.

Also habe ich mich bei Menschen nie wirklich verstellt. Ich habe mich nur nie ganz gezeigt.

Mein Ich war nicht verstellt. Jeder Mensch bekam einen echten Teil von mir. Nur nie das Gesamtpaket.

So musste ich mich nicht kleiner machen. Ich musste mich „nur“ aufteilen.

Auf diese Weise konnte ich sein, wer ich bin und kein Teil von mir kam zu kurz. Aber mich als Ganzes konnte auch niemand wirklich sehen.

Und so bin ich bereits mein ganzes Leben auf der Suche nach meinem Menschen. Nach einem Ort in einem Herzen, an dem ich einfach ich sein kann. Frei von Vorurteilen. Ohne mich erklären oder portionieren zu müssen.

Nur wie sollte ich diesen Menschen finden, wenn ich mich selbst immer wieder davor schützte, ganz gesehen zu werden?

Irgendwann habe ich aufgehört, Menschen zu sammeln. Weil ich verstanden habe, dass ich all diese verschiedenen Orte vielleicht nie gebraucht hatte, um mich zu finden.

Ich hatte nur einen Ort gesucht, an dem ich vollständig sein durfte.

Und vielleicht beginnt Zugehörigkeit genau dort:

Wenn ich aufhöre, mich selbst aufzuteilen, damit ich für andere nicht zu viel bin.

Ich war immer dort, wo Menschen waren.

Aber ich war nie ganz dort. Sondern immer im Raum dazwischen. Und dort war es ziemlich einsam.Obwohl er voller Menschen war.

Löwin, es macht keinen Sinn, dir etwas vorzumachen. Was du fühlst, fühlst du nicht, weil du falsch bist. Oder unbequem.

Oder zu viel. Was du fühlst, fühlst du, weil du dich danach sehnst du zu sein. Nicht nur ein Teil von dir. Sondern ganz.

Und genau in diesem Zwischenraum begegne ich dir. Wenn du magst. Und unterstütze dich dabei, deinen Weg zurück zu dir endlich zu gehen.

Möge die Authentizität mit dir sein

Sandra

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