← Alle Gedanken
23. September 2026

#003 • Nichts und niemand hat Macht über mich. Außer meine eigenen Gedanken

Der Herbst steht vor der Tür. Das Wetter ändert sich. Und mit ihm unser Gemüt.

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass viele Menschen jetzt in einen Herbstblues verfallen.

Darum ist es an der Zeit, über Gedanken zu sprechen, die uns so vernünftig erscheinen lassen, dass wir gar nicht mehr merken, wie sehr wir selbst unsere Verantwortung eigentlich abgeben.

Denn trotz des kollektiven Unbehagens, das das Wetter und eben speziell auch die kalte und dunkle Jahreszeit in uns auslöst, sind die meisten Menschen Meister darin, sich damit abzufinden.

  • „Kommen auch wieder bessere Zeiten.“
  • „Ist halt so.“
  • „Da müssen wir durch.“

Das sind nur ein paar der Gedanken, die sie dabei unterstützen sich selbst zu sabotieren.

Das Wetter ist ein leidiges Thema. Was oft als „oberflächlich“ bezeichnet wird. Dabei sind die Gedanken dahinter oft viel tiefer als die meisten von uns ahnen.

Wir wissen, dass wir es nicht beeinflussen können. Und trotzdem verbringen die meisten Menschen einen erstaunlich großen Teil ihres Lebens damit, sich darüber aufzuregen.

  • Ist es kalt, ist es zu kalt
  • Ist es nass, ist es scheiße
  • Ist es grau, fehlt die Sonne
  • Scheint die Sonne, ist es zu heiß

Das Wetter macht einfach Wetter. Während die Menschen daraus ein Problem machen. Einfach „nur“, damit sie ihrer eigenen Realität nicht begegnen müssen.

Wenn im Winter die grauen Tage kürzer werden, sehnst du dich nach der Sonne. Aber gleichzeitig hast du dir ein Leben gebaut, was es dir nicht ermöglicht, der Sonne hinterherzureisen.

Darum dreht sich dieser Gedankenspielraum nicht nur um deine Gedanken. Sondern viel mehr noch um die Auswirkungen, die sie haben.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse, seitdem wir in unserem Van leben, war für mich nämlich:

Im Winter in den Süden zu fahren und dort zu Leben ist kein Luxus. Sondern das ausleben eines Bedürfnisses, das ich als Mensch habe. Es ist kein Gedanke. Sondern die Entscheidung, diesem Bedürfnis zu folgen, anstatt es mit (fremden) Gedanken zu relativieren.

Das Bedürfnis ist: „Ich brauche Sonne, um mich lebendig zu fühlen.“

Und dieses Bedürfnis löst bei den meisten Menschen unter anderem folgende Gedanken aus:

  • „Ja, wenn das so einfach wäre.“
  • „Ich kann doch nicht einfach weg.“
  • „Ich muss arbeiten.“
  • „Das geht nicht.“
  • „Ich habe hier Verpflichtungen.“
  • „Ich kann mir das nicht leisten.“
  • „Man kann ja nicht einfach alles stehen und liegen lassen.“
  • „Das ist doch unrealistisch.“

Ich denke bei Bedürfnissen nicht mehr darüber nach, wie ich mir das Leben schönreden kann, OHNE diesem Bedürfnis zu folgen.

Ich fange an mein Leben nach meinen Bedürfnissen auszurichten.

Denn dieses Bedürfnis ist von Natur aus kein „Luxusproblem“ der westlichen Welt. Aber unsere Gedanken haben genau das aus diesem Bedürfnis gemacht.

Auf den Gedanken „Ich fühle mich nicht wohl, wenn es im Winter grau, kalt und nass ist.“ folgt dann eine lächerliche Abfolge von Gedanken, die uns davon abhalten, dem Bedürfnis dahinter zu folgen.

Und anstatt erst einmal zu schauen, was tatsächlich das Problem hinter unseren Gedanken ist, fangen wir an, darüber nachzudenken, was er bedeutet.

  • „Das kann ich mir nicht leisten.“
  • „Das macht man eben so.“
  • „Das Leben ist kein Ponyhof.“
  • „Man kann nicht alles haben.“
  • „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“
  • „So ist das Leben nun mal.“

Und irgendwann halten wir diese Gedanken für unsere Realität. Wir sind so gut darin, uns die Welt zu zerdenken, dass wir uns anschließend über das Ergebnis beklagen.

Wir bauen uns aus Gedanken Wände und nennen sie Vernunft.

Wir bauen uns aus Angst Regeln und nennen sie Realität.

Wir bauen uns aus Gewohnheiten ein Leben und wundern uns irgendwann, warum es sich nicht mehr nach unserem Leben anfühlt.

Darum ist das berühmte Hamsterrad nie das, was uns im Außen festhält.

Es ist eine Abfolge von Gedanken, mit denen wir uns selbst im kreis drehen. Es sind Sätze in unserem Kopf, die uns immer wieder an dieselbe Stelle zurücklaufen lassen.

  • „Das geht nicht.“
  • „Das kann man nicht.“
  • „Das macht man nicht.“
  • „Dafür bin ich nicht der Typ.“
  • „Dafür bin ich zu alt.“
  • „Dafür habe ich keine Zeit.“
  • „Dafür habe ich kein Geld.“
  • „Dafür habe ich nicht genug Wissen.“
  • „Dafür müsste ich erst …“

Und während du darüber nachdenkst, warum es nicht geht, dass du deinen Bedürfnissen und Träumen folgst, vergeht dein Leben.

Dabei ist ein Gedanke keine Wahrheit. Und nur weil du etwas schon immer geglaubt hast, muss es nicht wahr sein. Nur weil es alle so machen, musst du es nicht tun. Nur weil etwas schwierig ist, bedeutet das nicht, dass es falsch ist.

Und nur weil jemand nicht versteht, warum du etwas tust, bedeutet das nicht, dass du es erklären musst.

Darum ist Freiheit deshalb viel weniger die Abwesenheit von Grenzen, als wir denken.

Freiheit ist die Fähigkeit, zu erkennen, welche Grenzen tatsächlich existieren. Und welche nur in deinem Kopf als Gedanken umherkreisen.

Denn:

  • Du kannst das Wetter an einem Ort nicht verändern. Aber du kannst den Ort ändern, an dem du dich befindest.
  • Du kannst nicht verhindern, dass Menschen über dich reden. Aber du kannst das Umfeld ändern, in dem dir Menschen mit Missmut begegnen.
  • Du kannst nicht dafür sorgen, dass jeder deine Entscheidungen versteht. Aber du kannst deine Entscheidungen so treffen, dass du dich damit wohl fühlst.
  • Du kannst nicht bestimmen, was dir im Leben begegnet. Aber du kannst immer entscheiden, was du daraus machst.

Wenn es regnet, kannst du im Regen tanzen. Du kannst einen Mantel anziehen. Du kannst nach Hause gehen. Oder den Winter im Süden verbringen. Du kannst dich über das Wetter beschweren.

Alles davon ist möglich.

Und nein Löwin, ich habe nicht leicht reden. Denn ich habe das gleiche Leben gelebt. 40h Arbeitswoche. Schichtdienst. Ich komme nicht aus dem Online Business. Sondern aus der Werkstatt. Aber ich habe angefangen mein Leben nach meinen Bedürfnissen auszurichten. Meinen Job gekündigt. Meinem Gefühl vertraut. Und bin mir nichts außer meinen Kindern an der Hand losgegangen.

Nicht, weil ich’s leicht hatte. Nicht, weil ich es mir finanziell leisten konnte. Nicht, weil ich besonders mutig bin.

Sondern weil wir irgendwann klar wurde, dass die eigentliche Macht, die wir über unser Leben haben, nicht darin liegt alles kontrollieren zu können. Sondern nicht mehr alles kontrollieren zu müssen.

Nichts und niemand hat Macht über mich. Außer meinen eigenen Gedanken. Und selbst denen muss ich nicht alles glauben.

Neue Gedanken direkt bekommen

Kein Newsletter im klassischen Sinn. Einfach eine Mail, sobald ein neuer Gedanke online ist.

Was denkst du?

Wer ich sonst noch bin, steht hier.

Meine Stille Post

Kennst du noch
Stille Post?

Die Welt erzählt dir Geschichten, die nicht zu dir passen. Ich fange diese Nachrichten ab und deute sie für dich um – bis aus dem Flüstern dein eigener Rebel Yell wird.

Kein Freebie-Müll. Nur Impulse, die dein inneres Wissen wachklicken.

Ich schau, was du öffnest und klickst, damit ich weiß, was du feierst. Mehr in der Datenschutzerklärung.

Ich bin noch nicht bereit
follow